„Ein Blick mehr. Ein Unfall weniger.“

Mit der dem Beginn der schönen Tage startet auch die Motorradsaison. Eine Zeit, auf die sich viele MotorradfahrerInnen freuen, die jedoch jedes Jahr mit einem Anstieg der Zahl der Verkehrsunfälle einhergeht. Um diesen Risiken vorzubeugen, wird eine neue nationale Sensibilisierungskampagne für MotorradfahrerInnen und AutofahrerInnen gestartet, deren Schwerpunkt auf Wachsamkeit, menschlicher Interaktion und gemeinsamer Verantwortung liegt.

Sich sehen, um besser zu koexistieren

Das Koexistieren der verschiedenen VerkehrsteilnehmerInnen ist nicht immer einfach, sei es in städtischen, vorstädtischen oder ländlichen Gebieten. Zu den Hauptursachen für schwere und tödliche Unfälle zählen nach wie vor Unaufmerksamkeit und tote Winkel, die insbesondere die am stärksten gefährdeten und am wenigsten sichtbaren VerkehrsteilnehmerInnen betreffen, darunter MotorradfahrerInnen, RadfahrerInnen und FußgängerInnen.

Von den 18 im Jahr 2024 registrierten Todesfällen betrafen 9 MotorradfahrerInnen, was der Hälfte der Opfer entspricht. Insgesamt wurden 183 Motorradunfälle registriert, bei denen 83 Personen schwer verletzt wurden. Diese Zahlen bestätigen die anhaltende Gefährdung der NutzerInnen motorisierter Zweiräder und die Notwendigkeit, die Prävention zu verstärken.

Vor diesem Hintergrund erinnert die Kampagne an eine wesentliche Regel: Sehen und gesehen werden ist eine kollektive Verantwortung.

 

Ein zusätzlicher Blick für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Fahrerassistenzsysteme und Verkehrszeichen erleichtern den Verkehr, ersetzen jedoch niemals vollständig die menschliche Aufmerksamkeit. Nichts ersetzt die direkte Sichtkontrolle: den Kopf drehen und sich umsehen. Daher bleibt die systematische Sichtkontrolle eine unverzichtbare Maßnahme und muss zum Reflex werden:

•    an Kreuzungen,

•    beim Spurwechsel,

•    beim Ausparken,

•    beim Auffahren auf eine Autobahn,

•    beim Ein- und Ausfahren aus Kreisverkehren.

Nur wer wirklich sieht, was um ihn herum geschieht, kann gefährliche Situationen vorhersehen und vermeiden.

Jeder Blick zählt, um sich besser zu schützen

Die Kampagne legt den Schwerpunkt auf die Interaktion zwischen VerkehrsteilnehmerInnen. Um besser miteinander auf der Straße auszukommen, kann jede und jeder einfache Verhaltensweisen anwenden:

·       Das Sichtfeld erweitern, um besser vorausschauen zu können,

·       Augenkontakt suchen,

·       Lichter und Blinker deutlich einsetzen, um seine Absichten zu kommunizieren,

·       sich die nötige Zeit nehmen, ohne sich zu beeilen.

Selbst wenn man Vorfahrt hat oder überzeugt ist, „gut gesehen“ zu haben, kann es zu einem Unfall kommen, oft gerade dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Geschwindigkeit, Sichtverhältnisse und Vorausschau sind Schlüsselfaktoren, um das Unabwendbare zu vermeiden.

„Da Unaufmerksamkeit menschlich ist, bleibt das wiederholte Blickwerfen ein wichtiger Reflex im Straßenverkehr. Aufmerksames und ständiges Achten ist eine kollektive Verantwortung, die jede Verkehrsteilnehmerin und jeden Verkehrsteilnehmer betrifft, unabhängig von ihrem oder seinem Fortbewegungsmittel. Ein zusätzlicher Blick, eine weitere Kontrolle, ein kurzer Stopp können ausreichen, um einen schweren Unfall zu vermeiden. Verkehrssicherheit beruht vor allem auf der gemeinsamen Nutzung des Raums, gegenseitigem Respekt und der Aufmerksamkeit für andere. Die Straße zu teilen bedeutet auch, den Blick zu teilen. Kein Blick ist überflüssig, wenn er ein Leben retten kann“, betonte Yuriko Backes, Ministerin für Mobilität und öffentliche Arbeiten.

Eine multimediale und mehrsprachige Kampagne

Die Kampagne wird über Fernsehen, Kino, soziale Netzwerke, digitale Bildschirme (DOOH) und Verkehrsschilder verbreitet und stützt sich auf ein starkes grafisches Konzept und eine klare Botschaft, die in allen Verkehrssituationen sofort verständlich ist.

Der Slogan und die Bildmotive sind auf Luxemburgisch, Französisch und Englisch verfügbar, um alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer in Luxemburg zu erreichen.