Carole Dieschbourg und Ludwig Neyses, starten innovatives "Citizen Science"-Projekt zur Wasserqualität

Umweltministerin Carole Dieschbourg und der für die Forschung der Universität Luxemburg verantwortliche Vize-Rektor, Prof. Dr. Ludwig Neyses, haben gestern im Nachhaltigkeitsministerium eine Konvention zur Etablierung eines fünfjährigen "Citizen-Science"-Projekts zur Sensibilisierung über die Wasserqualität in Luxemburg, unterzeichnet.

Das erste Projekt dieser Art in Luxemburg zielt darauf ab, interessierte Bürger aktiv in die Gestaltung und Erhebung von wissenschaftlichem Datenmaterial einzubinden, um so einen detaillierteren Überblick über Wasserqualität und über Handlungsmöglichkeiten für Qualitäts-Verbesserung für verschiedene Nutzergruppen, wie z.B. Haushalte und Landwirte, zu erhalten.

Geplant ist, dass beteiligte Organisationen und interessierte Bürger durch eine, im Rahmen des Projekts zu entwickelnde "App" für Smartphones, relevante Daten zum veränderten Umgang mit Wasser, sowie Messungen durch ein Test-Set zur Entnahme von Wasserproben in eine gemeinsame Datenbank eingeben können. Die Ergebnisse sollen in einem zweiten Schritt auch zu konkreten Handlungsempfehlungen für Politik führen, um eine nachhaltigere Nutzung und Bereitstellung der kostbaren Ressource "Trinkwasser" zu ermöglichen. Das Wasserwirtschaftsamt (AGE) unterstützt dieses Projekt und ist im Begleitausschuss vertreten.

"'Citizen-Science'-Projekte, also Projekte bei denen Bürger in wissenschaftliche Forschungsprojekte aktiv eingebunden werden, sind ein Trend der letzten Jahre. Diese Projekte liefern umfangreichere Datensätze und schaffen ein höheres Bewusstsein für bestimmte Problemstellungen und Handlungsmöglichkeiten in der Bevölkerung, da diese aktiv an der Forschung partizipiert", erläutert Professor Neyses.

Je mehr Personen diese Wasserproben durchführen und auswerten, umso umfangreicher und genauer wird die Datengrundlage auf dessen Basis dann Handlungsempfehlungen zur verbesserten Wasserqualität erstellt werden können. In Luxemburg existierende Flusspartnerschaften sollen in das Projekt eingebunden werden, so dass die Datensammlung auch in einzelnen Flussgebieten zum verbesserten Verständnis des lokalen Wassersystems und der verschiedenen Bedürfnisse und Interessen verschiedenen regionaler Nutzergruppen beitragen kann.

"Unsere Forschergruppe an der Universität Luxemburg beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Gestaltung von integrativen und partizipativen Projekten im Bereich Nachhaltigkeit. Forschungsergebnisse der Nachhaltigkeitswissenschaft bestätigen, dass die aktive Einbindung von Bürgern in wissenschaftliche und politische Prozesse, verantwortliches Handeln im Sinne von nachhaltig positiven gesellschaftlichen Entwicklungen unterstützt", unterstreicht Dr. Ariane König, Initiatorin und wissenschaftliche Koordinatorin des Projekts an der Universität Luxemburg und ergänzt:"Dieses Projekt macht deutlich, dass wir Zukunft und Wandel nicht über uns ergehen lassen müssen, sondern, zu einem gewissen Grad beeinflussen und in die eigene Hand nehmen können. Das Ziel ist, wichtige Fähigkeiten, wie zukunftsorientiertes vernetztes Denken und Zusammenarbeit von Verwaltung und Politik, Forschung, Unternehmen und engagierten Bürgern durch die Mitarbeit in diesem Projekt zu fördern. Die Frage was beteiligte Personen und Organisationen in solchen ‚Citizen-Science‛-Projekten lernen können, ist auch eine zentrale Frage unserer Forschung."

Communiqué par le ministère du Développement durable et des Infrastructures/ Département de l'environnement

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